Beschreibung der aktuellen Entwicklung in Sanmatenga – Finanzjahr 2014

In diesem Jahresbericht stellen wir Ihnen Plans Arbeit und die Projekte welche mit Hilfe von Patenschaftsbeiträgen und Spenden in Sanmatenga ermöglicht wurden vor.

Der Bericht wurde von Plan-Mitarbeitern mit der Hilfe von Kindern aus Sanmatenga verfasst.

François,
Leiter des Projektbüros

Plan hat seine Programme geprüft, um einschätzen zu können, was im Hinblick auf die für dieses Jahr geplanten Schwerpunkte erreicht wurde. Diese Überprüfung erfolgte durch Plan-Mitarbeiter zusammen mit Kindern, Familien und Partnern aus Sanmatenga. Diese waren auch aktiv an der Auswahl, Einführungund Überwachung der Projekte beteiligt.

Verstärkte sexuelle Aufklärung

Die vielen Fälle ungewollter Schwangerschaft an Schulen waren ein Problem, insbesondere für Mädchen im Alter von 13 bis 15 Jahren. In diesem Jahr wurden im Gebiet von Sanmatenga 170 ungewollte Schwangerschaften erfasst.

Die Ursachen sind unterschiedlich, aber die wesentlichen Gründe sind ein Mangel an Information, Unerreichbarkeit von geeigneten Gesundheitsleistungen für Teenager und mangelnde Kommunikation zwischen Eltern und Kindern.

Um diese Themen anzugehen, hat Plan in Sanmatenga an weiterführenden Schulen die Gründung von fünf Jugendclubs gefördert. Diese Jugendclubs erhielten Ausstattung zur Sensibilisierung anderer Kinder.

Sie haben 25 Veranstaltungen organisiert, in welchen über ungewollte Schwangerschaften aufgeklärt wurde und an denen 1.050 Schülerinnen und Schüler teilnahmen.

Teenager bei einer Aufklärungsveranstaltung

Flora S., 13 Jahre alt, Klasse 8

„Jetzt verstehe ich, wie ich eine ungewollte Schwangerschaft verhindern kann, und ich werde das allen Mädchen in meiner Klasse erklären, damit sie nicht schwanger werden und ihre Zukunft aufs Spiel setzen.”

Schutz vor Kindesmissbrauch

In Sanmatenga ist Kindesmissbrauch noch immer traurige Realität in Schulen und Familien. Um auf dieses Problem aufmerksam zu machen, haben die Kinder- und Jugendclubs von Sanmatenga mit Hilfe von Plan gemeinsam bewusstseinsbildende Quizze über den Schutz vor Kindesmissbrauch in Dörfern und Schulen organisiert.

Durch verschiedene Theaterstücke, Zeichnungen, Musik, Gedichte und Reden haben sie die Misshandlungen, denen sie ausgesetzt waren, verurteilt und so ihre Eltern, Lehrkräfte und die örtlichen Behörden aufgefordert, ihrem Schutz mehr Aufmerksamkeit zu widmen.

Der Schutz von Kindern vor Missbrauch erfordert gemeinsame Anstrengungen ebenso wie den Einsatz des Einzelnen und der Gemeinde. Daher hat Plan in Sanmatenga zusätzlich zu den Aktionen der Kinder- und Jugendgruppen einen
Fürsprachetag organisiert, um für den Schutz der Kinder zu werben.

Bei dieser Veranstaltung haben sich lokale Behörden, Dorfälteste und Frauen öffentlich zu ihrer Verantwortung in Bezug auf den Schutz der Kinder bekannt und die Eltern dazu aufgefordert, die Einhaltung der Grundrechte der Kinder sicherzustellen.

Veranstaltung zur Sensibilisierung zum Thema Kindesmissbrauch

Lokale Oberhäupter verpflichten sich, Kinder vor Missbrauch zu schützen

Bessere Hygiene und Sanitäranlagen

2013 haben einer Schätzung zufolge noch 78,3 % der Bevölkerung dieses Gebietes ihre Notdurft im Freien verrichtet und nur 0,9 % der Haushalte hatten eigene Sanitäranlagen.

Im Jahr 2014 hat Plan Sanmatenga zusammen mit der Bevölkerung Folgendes erreicht:

– Bau von vier Bohrbrunnen in Schulen;
– Schenkung von 495 Büchern an 15 Schulen zur Veranschaulichung von Hygiene
und sanitären Einrichtungen;
– Veranstaltungen zur Änderung des Hygienebewusstseins durch Aufführung von
Sketchen in 20 Dörfern;
– Veranstaltung von Hygienewettkämpfen in Dörfern und Schulen;
– Bau von 1.437 Familienlatrinen und drei Schullatrinen.

Salamata O., ein 33 Jahre alter, örtlicher Illustrator von Hygiene- und Sanitärmaßnahmen

„Wir sind Plan für die Unterstützung dankbar, die wir bei der Organisation der Veranstaltungen zur Veränderung des Hygiene- und Sanitärverhaltens erhalten haben.“

Übung zur Verbesserung der Hygiene

Ein Projekt voller Hoffnung

Um das Problem der Jugendarbeitslosigkeit in Angriff zu nehmen, hat Plan Burkina Faso in Zusammenarbeit mit der Canadian International Development Agency (CIDA) und einem Bergbauunternehmen ein Projekt zur Verbesserung der Fähigkeiten Jugendlicher geplant und eingeführt.

2014 ermöglichte das Projekt 361 Jugendlichen, davon 202 junge Frauen und 159 junge Männer, die aus der Schule ausgeschieden sind oder keine Chance hatten, eine Schule zu besuchen, eine Ausbildung in den Bereichen Näherei, Schweißerei, Tischlerhandwerk, Friseurhandwerk, Maurerhandwerk und als Mechaniker.

Verbesserung der wirtschaftlichen Sicherheit der Haushalte

Seit vier Jahren (2010-2014), seit Plan das Spar- und Darlehensprojekt für Frauen eingeführt hat, konnten 11.690 Frauen, die in 519 Gruppen organisiert sind, ihr Haushaltseinkommen verbessern. Die von den Frauen angesparten Mittel betrugen 76.000.000 CFA-Franc (152.000 US$). 2013 wurden ungefähr 14 % ihres Einkommens in die Ausbildung und Gesundheit ihrer Kinder investiert. Von 2012 bis 2013 hat sich das jährliche Durchschnittseinkommen signifikant erhöht.

Das Ersparte hat auch zur Aufnahme von Aktivitäten geführt, die das Einkommen erhöhen, wie Schafzucht und Verkauf von landwirtschaftlichen Erzeugnissen.

Außerdem wurden 3.847 Mitglieder dieser Gruppen für verschiedene Themen sensibilisiert, unter anderem Familienplanung, Stillen, die Übertragung von HIV von Mutter zu Kind und Hygiene- und Sanitärmaßnahmen.

Friseurinnenausbildung für junge Frauen

Anteil der Frauen in Spar- und Kreditgruppen in Sanmatenga, deren Einkommen über der Armutsgrenze in Burkina Faso liegt

Rasmata B., Mitglied von Gruppe 107, aus Teegwendé

„Dank des Darlehens über 10.000 CFA-Franc (20 US$), das ich von der Gruppe erhalten habe, konnte ich ein Geschäft mit dem Verkauf von meinen landwirtschaftlichen Erzeugnissen eröffnen. Das hiermit erzielte Einkommen hat mich in die Lage versetzt, für meine Kinder sowohl das Schulgeld als auch die Gesundheitspflege zu zahlen.”

Schwerpunkte für nächstes Jahr

– Senkung der Sterblichkeitsrate von Müttern und Kindern, Verbesserung der Gesundheitsversorgung von Kindern in den ersten 1.000 Tagen und Verhütung ungewollter Schwangerschaften an den Schulen;
– Verbesserung des Zugangs von Kindern und ihren Familien zu sicherem Trinkwasser und sanitären Anlagen sowie Verbesserung der Hygiene;
– Werben für die Bildung von Mädchen und die Ausbildung von Kindern und Jugendlichen;
– Verbesserung der wirtschaftlichen Sicherheit der Haushalte durch die Gründung neuer Spar- und Darlehensgruppen;
– Entwicklung des Kinderschutzprogramms des Gebiets.