Beschreibung der aktuellen Entwicklung in Kourittenga – Finanzjahr 2014

In diesem Jahresbericht stellen wir Ihnen Plans Arbeit und die Projekte welche mit Hilfe von Patenschaftsbeiträgen und Spenden in Kourittenga ermöglicht wurden vor.

Der Bericht wurde von Plan-Mitarbeitern mit der Hilfe von Kindern aus Kourittenga verfasst.

Clement
Leiter des Projektbüros

Bekämpfung von Mangelernährung bei Kindern unter fünf Jahren

In der Provinz Kourittenga herrscht aufgrund der schwachen Regensaison häufig Lebensmittelknappheit, wodurch arme Familien und vor allem Kinder unter fünf Jahren (mit einem Anteil von 20 Prozent an der Gesamtbevölkerung) von Mangelernährung bedroht sind. Plan führt daher in Zusammenarbeit mit lokalen Behörden und dem Welternährungsprogramm präventive und kurative Maßnahmen durch, um Mangelernährung entgegenzuwirken.

Diese Maßnahmen sind:

– Versorgung von Kindern zwischen 6 und 23 Monaten, die an leichter Mangelernährung leiden, mit Nahrungsergänzungsmitteln;
– Betreuung von stark mangelernährten Kindern in 29 Dörfern;
– Regelmäßige Belieferung von vier Zentren für Ernährungssicherung und -bildung mit Lebensmitteln und Milchprodukten zur Versorgung mangelernährter Kinder

Von dieser Unterstützung profitierten 818 Kinder, darunter allein gelassene, verwaiste und kranke Kinder.

Laut Statistiken (SMART-Berichte 2009 bis 2013) ist die Verbreitung von Mangelernährung in der Provinz Kourittenga von 12 Prozent im Jahr 2010 auf 5,5 Prozent im Jahr 2013 gesunken.

Dadurch wurden auch weniger Krankheiten und Todesfälle bei Kindern unter fünf Jahren verzeichnet.

Ernährungszentrum von Baskouré

Frau Kaboré, Leiterin des Ernährungszentrums

„Die lokalen Behörden waren an den diversen Planungs- und Umsetzungsstufen der Aktivitäten des Ernährungszentrums beteiligt. Dazu gehörten Vorbereitungstreffen, die Bestimmung der Hilfsbedürftigen und die Verteilung der Lebensmittel.
Frauen nahmen an Vorführungen teil, bei denen gezeigt wurde, wie man angereicherten Haferbrei herstellt und Babys mit traditionellen und modernen Löffeln füttert. Im Namen der Kinder möchte ich mich bei Plan bedanken“

Because I am a Girl-Kampagne zur Verbesserung der Mädchenbildung an Sekundarschulen

In allen Dörfern von Kouritenga stellt die Bildung von Kindern, insbesondere Mädchen, noch immer eine der größten Herausforderungen dar. Bezeichnend für die Situation ist die große Diskrepanz zwischen dem Zugang zu Grundschulbildung (90 Prozent) und dem zu Sekundarschulbildung (6 Prozent), wie das Diagramm zeigt.
Im Rahmen der weltweiten Because I am a Girl-Kampagne hat Plan in Kourittenga Programme zur Förderung der Mädchenbildung initiiert und entwickelt. Dabei wurden vor allem Kinder berücksichtigt, die aufgrund ihres sozialen Status unter schwierigen Bedingungen leben, wie zum Beispiel verwaiste und allein gelassene Kinder sowie Mädchen aus hilfsbedürftigen Familien.

So unterstützte Plan in Kourittenga unter anderem das Mädchenheim „Namalgué“, was in der Landessprache so viel wie „gewinnen werden“ bedeutet. Es ist eine Unterkunft für Mädchen, die die Sekundarschule besuchen. Die Mädchen erhielten 17 Fahrräder und 57 Schulbücher, unter anderem Romane, Wörterbücher (Englisch und Französisch) und Grammatikbücher. Mithilfe der Fahrräder kommen die Mädchen rechtzeitig zur Schule und sind früher wieder zu Hause. Dank dieser Unterstützung sind sie in der Schule leistungsfähiger geworden.

Adissa Y., Schülerin und Patenkind

„Es ist eine große Erleichterung für meine Klassenkameradinnen und mich, weil wir den Weg zwischen Unterkunft und Schule ab jetzt viel schneller zurücklegen können.“

Förderung von guten Hygiene- und Sanitärpraktiken

Plan fördert die Nutzung von Latrinen und das Händewaschen mit Seife zur Verbesserung der Hygiene und Sanitärbedingungen. Am 21. November 2013 wurden in der Provinz Kouritenga in Dialgaye der „Welttoilettentag“ und der „Tag des Händewaschens“ gefeiert.
Diese Veranstaltung wurde von vielen Kindern und einem großen Publikum besucht. Die Mädchen und Jungen präsentierten Sketche und Spiele zum Thema Händewaschen. Dadurch halfen sie, bei ihren Eltern und Geschwistern das Bewusstsein für gute Hygiene- und Sanitärpraktiken zu fördern.

Darüber hinaus unterstützte Plan 369 Schulungen zu Hygiene- und Sanitärpraktiken und baute Latrinen für 2.687 Familien.

All diese Aktivitäten haben in der Provinz den Zugang zu Sanitäreinrichtungen von 42 Prozent im Jahr 2012 auf 54 Prozent im Jahr 2013 verbessert.

Sensibilisierung für das Thema Händewaschen

Kaka Kassouma, ein Plan-Beauftragter

„Dank Sensibilisierungskampagnen haben viele Haushalte in Dörfern wie Gonsin, Dassui und Quenga nun Zugang zu Familienlatrinen und nutzen diese, was bedeutet, dass die Menschen nicht mehr im Freien ihre Notdurft verrichten“

Beitrag von Kindern und Jugendlichen zur Steigerung des Haushaltseinkommens

Die Grunddatenerhebung 2010 zu den Lebensbedingungen der Haushalte ergab, dass 55,1 Prozent der Einwohner der Region Centre-Est unterhalb der Armutsgrenze leben, im Gegensatz zu 43,9 Prozent auf Landesebene.
Daher unterstützte Plan die Förderung von Sparvereinen. Ziel war es, Armut zu bekämpfen, indem die wirtschaftliche Situation der Haushalte gestärkt wird.

Auch Kinder und Jugendliche aus der Provinz Kouritenga interessierten sich für diesen Ansatz. Mithilfe von Plan konnten Kinder- und Jugendsparvereine ins Leben gerufen werden, wie zum Beispiel die Gruppe „Namalguébzanga“, was auf Moore, einer der vor Ort gesprochenen Sprachen, so viel wie „wir profitieren alle davon“ bedeutet. Die Mitglieder freuten sich besonders darüber, die erste Mikrofinanzgruppe zu sein, die ausschließlich aus Mädchen besteht. Zur Gruppe gehören 17 Mädchen, von denen 14 Schülerinnen und sechs Patenkinder sind. Sie sind zwischen elf und 19 Jahre alt.

Neben den finanziellen Vorteilen lernen die Kinder in der Gruppe durch selbst definierte Regeln und Bestimmungen auch den disziplinierten Umgang mit Geld.

Nach dem ersten Jahr zeigt die Einführung der Sparvereine bereits vielversprechende Ergebnisse:

– 5.589 Personen (hauptsächlich Frauen) schlossen sich in mehr als 256 Gruppen zusammen und sammelten Spareinlagen in Höhe von über 30 Millionen CFA-Franc (45.700 EUR).
– Zusätzlich schlossen sich 245 Kinder und junge Frauen in 16 weiteren Gruppen zusammen.

Djeminatou bei der Arbeit

Djeminatou K., 17 Jahre alt, Patenkind

„Die Gruppe ermöglicht es ihren Mitgliedern, Geld zu leihen, mit dem Schulmaterialien gekauft oder Kleingewerbe betrieben werden können. Mithilfe der Darlehen der Gruppe kann ich in meinem Dorf an Markttagen einen Catering-Service anbieten. Zurzeit verdiene ich durchschnittlich 2.000 CFA-Franc (3 EUR) pro Verkauf. So kann ich meine jüngeren Geschwister unterstützen“

Sensibilisierung von Kindern für das Thema Kindesmissbrauch

Plan führte folgende Aktionen zur Förderung von Kinderschutz und -partizipation durch:
(i) Organisation von Kindern in Form von Schülerräten und lokalen Entwicklungsräten. Insgesamt gründeten 122 Kinder (61 Jungen und 61 Mädchen) aus 61 Dörfern ihren eigenen Rat.
(ii) Unterstützung von Kindern bei der Information ihrer Freunde, Eltern und Bekannten zum Thema Kindesmissbrauch. Es wurden Schulungen organisiert, bei denen Kinder Gleichaltrige und die Öffentlichkeit sensibilisierten, um das Verhältnis
zwischen Kindern und Eltern zu verbessern.

Im Rahmen dieser Schulungen sprechen sich Kinder gegen schädliche Praktiken wie Zwangsheirat sowie körperlichen und sexuellen Missbrauch aus. Das Publikum folgte interessiert der unterhaltsamen Vorstellung der Kinder, nahm die Botschaften auf und unterstützte die jungen Künstler.

In diesem Forum wurde die Bevölkerung umfassend über die Notwendigkeit informiert, Kinder durch verantwortungsvollen Umgang zu schützen.

Prioritäten für das nächste Jahr

Schwerpunktthemen 2015:
(i) Reduzierung von Kinderkrankheiten;
(ii) Verbesserung der Qualität der Grundausbildung, besonders für Mädchen;
(iii) Schaffung eines sicheren Umfelds für Mädchen und Jungen, auch in Notsituationen;
(iv) Steigerung des Einkommens der Haushalte. Besonders unterstützt werden sollen Aktivitäten, die der Förderung von Mädchen und der Gleichberechtigung der Geschlechter dienen. Außerdem hat Plan in Kourittenga beschlossen, sich der Herausforderung zu stellen, das Konzept der Spar- und Kreditvereine in allen Dörfern, in denen Patenkinder leben, einzuführen und die Mütter davon zu überzeugen, sich einem Sparverein anzuschließen.