Beschreibung der aktuellen Entwicklung in Bam – Finanzjahr 2014

In diesem Jahresbericht stellen wir Ihnen Plans Arbeit und die Projekte welche mit Hilfe von Patenschaftsbeiträgen und Spenden in Bam ermöglicht wurden vor.

Der Bericht wurde von Plan-Mitarbeitern mit der Hilfe von Kindern aus Bam verfasst.

Hawa
Leiterin des Projektbüros

Verbesserung von Hygiene und sanitären Anlagen

Zugang zu sanitären Anlagen bleibt ein Problem in Bam. Durch einen Mangel an Hygiene und sanitären Einrichtungen ausgelöste Durchfallerkrankungen sind unter den Hauptgründen für Todesfälle und Besuche in Krankenstationen.

In Zusammenarbeit mit den Menschen hat Plan Burkina Faso die gesundheitlichen Zustände verbessert, indem die Defäkation im Freien kontinuierlich reduziert wurde.

Von 2011 bis 2014 erhielten über 6.400 Haushalte Unterstützung beim Bau der eigenen Familienlatrine. 85 dieser Haushalte waren solche mit Menschen mit Behinderungen, Witwen, Witwern und älteren Menschen.

Diese Latrinen ermöglichten es 64.000 Personen (48 % Männer und 52 % Frauen), sich nicht mehr im Freien erleichtern zu müssen, wodurch die Ausbreitung von entsprechenden Krankheiten reduziert wurde.

Um eine Bewusstseins- und Verhaltensänderung herbeizuführen, wurden Veranstaltungen in verschiedenen Dörfern abgehalten. Hierbei wurden verschiedene Kommunikationskanäle verwendet, wie zum Beispiel: Gruppendiskussionen mit Anschauungsmaterial, Radioprogramme und Theaterforen. Insgesamt nahmen 14.957 Personen an diesen Veranstaltungen teil, darunter 4.846 Frauen und 6.779 Kinder.

Sketch zur Herbeiführung einer Bewusstseins- und Verhaltensänderung

Issa, 15 Jahre alt

„Ich habe durch den Sketch gelernt, dass Händewaschen ohne Seife nach einem Toilettenbesuch und vor dem Essen nicht hygienisch ist; ich werde das meinen jüngeren Brüdern erzählen.“

Bessere Bildung für Mädchen

Bildung von Mädchen bleibt in Bam eine große Herausforderung in Bezug auf Schulzulassung und Verbleib in der Schule bis zum Abschluss. Im Schuljahr 2012 – 2013 betrug die Aufnahmerate an den weiterführenden Schulen zwar 26 %, allerdings lag die Abschlussrate bei nur 10 %.

Um die Bildung von Mädchen durch Plans weltweite Kampagne ‚Because I am a Girl’ zu fördern, erhielten 22 Kinder aus einkommensschwachen Familien Stipendien. Diese Mittel ermöglichten es ihnen, Material für die Schule, Fahrräder und Schuluniformen zu kaufen, ihre Schulgebühren zu zahlen und in der Schulkantine zu essen.

P. Germaine, 13 Jahre

„Meine Eltern haben mir über das Stipendium einen Schreibtisch, eine batteriebetriebene Lampe, das Essen in der Schulkantine und meine Schuluniform bezahlt. Durch diese Unterstützung konnte ich meine Schularbeit verbessern. Im zweiten Jahr habe ich 15,71 von 20 Punkten erreicht.“
P. Germaine, 13 Jahre alt

Verbesserung wirtschaftlicher Sicherheit

In Bam leben 50,7 % der Menschen unter der Armutsgrenze (Quelle: Burkina Faso Accelerated Growth Strategy and Sustainable Development – 2011). Hiervon sind aufgrund sozialer Diskriminierung und Analphabetismus vor allem Frauen betroffen. Die Situation hat sich durch Probleme beim Zugang zu Finanzmitteln und ertragreichen Tätigkeiten verschlechtert. All diese Faktoren trugen dazu bei, die Durchsetzung von Kinderrechten zu verlangsamen.

Um diese wirtschaftliche Problematik anzugehen, gründete Plan eine Initiative zur Verbesserung der wirtschaftlichen Sicherheit der Haushalte. Es wurde ein Programm initiiert, bei dem kleine Gruppen von 20 bis 25 Frauen gebildet werden.

Finanziert durch Ersparnisse von privaten Geldmitteln, die als Darlehen an die Gruppenmitglieder gegeben werden, können diese dann Erwerbstätigkeiten zur Steigerung des Einkommens ausüben.

Insgesamt gibt es 257 Spargruppen, in denen 5.238 besonders benachteiligte Frauen durch das Programm unterstützt werden. Bis heute wurden innerhalb von acht Monaten beinahe 18.000 US-Dollar angespart. Durch diese Mittel konnten Tätigkeiten ausgeübt werden, die das Einkommen verbesserten, um die Gesundheitsversorgung der Kinder und ihre Ausbildung zu verbessern.

OUEDRAOGO Fati, 39 Jahre:

„Ich bin seit 2009 Witwe und kümmere mich um meine vier Kinder allein. Ich hatte einige Schwierigkeiten. Das ging so weit, dass Tasséré, mein ältester Sohn, gezwungen war, den Schulbesuch aufzugeben, als er in der achten Klasse der weiterführenden Schule war. Manchmal konnten meine Kinder und ich uns nicht eine einzige Mahlzeit am Tag leisten, nicht zu denken an andere Notwendigkeiten wie Kleidung. Jetzt bin ich Mitglied in einer Spargruppe mit 20 anderen Frauen aus der Nachbarschaft. Mein Einkommen hat es mir ermöglicht, dass Ousséni, mein zweiter Sohn, in Klasse 7 der weiterführenden Schule und mein jüngster Sohn Hamidou in Klasse 6 ihre Ausbildung fortsetzen können. Ich war auch in der Lage, Safièta, meine jüngste Tochter, in die Grundschule einzuschulen.”
OUEDRAOGO Fati, 39 Jahre

Ausbildungsförderung

Ein weiteres großes Problem in Bam ist Kinderarbeit, die hauptsächlich Waisen und andere ungeschützte Kinder betrifft. Unter schwierigen sozialen Bedingungen, bei Konjunkturrückgang und steigender Inflation sind viele Kinder früh gezwungen, verschiedenste Jobs anzunehmen, um zu überleben. Diese Kinder wurden in einer Schutzgruppe zusammengebracht, die „Vereinigung von Kinderarbeitern und jungen Arbeitern“ genannt wird.
Insgesamt sind es 45 Kinder, davon 17 Mädchen und 28 Jungen. Die meisten dieser Kinder wurden in Ausbildungszentren eingeschult. Um ihre Lernbedingungen zu verbessern, hat Plan Trainingseinheiten zum Gesellschaftsleben und zum Erkennen von Begabungen eingeführt.

Plan hat sie auch bei der Organisation einer Veranstaltung über Rechte und Pflichten von Kinderarbeitern unterstützt. Außerdem hat Plan Arbeitsmittel an zwölf Mädchen und Jungen verteilt, die ihre Ausbildung abgeschlossen haben, damit sie ihren Beruf ausüben und erwerbstätig sein können, zum Beispiel als Zimmermann, Schneiderin, Mechaniker und Friseurin.

Diese Dinge haben vielen Kindern und jungen Waisen Hoffnung gemacht. Sie haben jetzt ein Zugehörigkeitsgefühl. Heute sind sie motivierte und ambitionierte junge Menschen, die sich verpflichtet fühlen, den Jüngeren zu helfen.

Ausstellung von Kleidung, die von Auszubildenden geschneidert wurde

Lucie, 19, Schneiderin

Lucie, 19 Jahre

„Ich bin sehr stolz, dass ich dank Plan die Möglichkeit habe, meine eigene Schneiderei zu eröffnen. Dank der Näherei habe ich einen Wochenumsatz von CFA 20.000 (40US$), bei Feiertagen kann er auch CFA 60.000 (120 US$) betragen. Ich plane, mein Geschäft zu vergrößern.”

Ismaël, 23 Jahre

„Nachdem ich dank Plans Unterstützung elf Jahre Training hatte, bin ich jetzt
Chefmechaniker. Viele Kraftfahrer sind sehr zufrieden mit der Qualität meiner Arbeit. Ich bin sehr glücklich und hoffe, dass ich es schaffe, meine Träume wahr werden zu lassen.”

Was wir 2014 gelernt haben

  • Die Unterstützung der Bürgermeister und Dorfältesten für das Sanitärprojekt hat nicht nur den Bau von Familienlatrinen gefördert, sondern es den Unterstützten möglich gemacht, Fristen für die Fertigstellung dieser Latrinen zu setzen.
  • Die Einrichtung eines Kinderrates für Entwicklung hat zu einer größeren Beteiligung der Kinder an den in ihren Gemeinden zu realisierenden Vorhaben geführt.

Schwerpunkte für nächstes Jahr

Im kommenden Jahr werden wir uns auf Folgendes konzentrieren:

  • Verstärkung der Beteiligung von Kindern und Jugendlichen an den Aktionen zur regionalen Entwicklung durch Einrichtung von Kinderräten für Entwicklung in allen Dörfern
  • Verbesserung des Zugangs zu Wasser- und Sanitäreinrichtungen und der Hygiene
  • Förderung der sexuellen Gesundheit von Jugendlichen;
    Unterstützung der wirtschaftlichen Sicherheit der
    Haushalte
  • Verbesserung des Zugangs zu qualifizierter Bildung.